Workshop 2: Kreative für MV – MV für Kreative

Künstler*innen als Regionalentwicklungsmotoren

Wie lässt sich das Innovationspotenzial der Kreativschaffenden auch für die Regionalentwicklung stärker erschließen? Die Stadtentwicklerin Stefanie Raab von der Zwischennutzungsagentur coopolis GmbH in Berlin hat integrierte Stadtentwicklungsprojekte auch in ländlichen Räumen durchgeführt: „Kreative Netzwerke können entscheidend zum Brain Gain entleerter ländlicher Räume beitragen, da sie gemeinwohlorientierte, solidarische Wirtschaftsprozesse ankurbeln.“ „Wir sehen die Tendenz zu immer mehr Selbstverantwortung in dünn besiedelten Räumen“, stellt der Regionalentwickler Henning Bombeck von der Universität Rostock fest: „Es muss aber ein Basisbudget geben, da die Selbstverwaltung ohne qualitative Mindeststandards nicht funktionieren wird.“

Der Referatsleiter für ländliche Entwicklung im Landwirtschaftsministerium, Thomas Reimann, will Prozesse unterstützen, in denen die Bewohner in ländlichen Räumen selbstbewusst und aktiv ihre Lebenswelt gestalten: „Gerade die LEADER Förderprogramme sind offen für Initiativen, die bottom-up entwickelt werden.“

Die Kreative MV startete bei der Konferenz einen neuen Wettbewerb für soziale Dorfentwicklung kreativer Raumpioniere in ländlichen Regionen: „Unser Ziel ist es, die Förderquote für die kreativen Innovatoren erheblich zu steigern“, erklärt die Projektleiterin Corinna Hesse: „Derzeit passen gerade die innovativsten Projekte nicht auf die Förderkriterien.“ Josephine Hage, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Landesverbands Kreatives Sachsen, fordert daher: „Um neue Handlungsspielräume zu bekommen, brauchen wir eine Innovationsförderung für soziale Innovationen.“

Wettbewerb kreative Raumpioniere

Neue Studie: innovative Akteure in der Mecklenburgischen Seenplatte

Sophia Müller und Marius Mayer von der Universität Greifswald stellten im Workshop eine neue Studie zu innovativen Akteuren in der Mecklenburgischen Seenplatte vor. Das Ergebnis: Gerade extrem dünn besiedelte Räume sind für kreative Zuzügler aus den Metropolen interessant. Diese „Raumpioniere“ nutzen freie Raumpotenziale ländlicher Räume, um soziale Innovationen zu erproben und Impulse in die Region zu bringen. Dadurch entstehen neue Arbeitsplätze, und die Region wird für Tourismus und Neubürger insgesamt attraktiver.

Die Studie wird in dem Sammelband „Kreative Pioniere in ländlichen Räumen – Innovation & Transformation zwischen Stadt & Land“ 2018 veröffentlicht, herausgegeben von der Kreative MV, dem Steinbeis-Forschungszentrum Institut für Ressourcen-Entwicklung Greifswald und der Universität Greifswald.

Präsentation Sophia Müller und Marius Mayer | Studie Innovatoren Seenplatte

Fazit aus dem Workshop/ Wie geht es in 2018 weiter?

  • Orte der Vernetzung schaffen, z.B. Jour fixe mit Kommunen, Wirtschaftsförderern, Wissenschaftlern (Methodenwissen) und Kreativschaffenden/Raumpionieren,
  • Kreativprojekte zur Regionalentwicklung beim Arbeitskreis der LEADER LAGs in MV präsentieren
  • Potenziale von Co Working Spaces im ländlichen Raum erkunden, Immobilieneigentümer für die Potenziale der Raumpioniere sensibilisieren
  • Vermittlungsagenturen oder „Dolmetscher“ einsetzen, die Kommunen und Raumpioniere aktiv zusammenbringen

Josephine Hage: Überregionale Best Practices zur kreativen Regionalentwicklung:

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Thomas Reimann, Referatsleiter ländliche Entwicklung im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV, Corinna Hesse, Podiums-/Workshopleiterin, Prof.Dr.-Ing. Henning Bombeck, Professor für Siedlungsgestaltung und ländliche Bauwerke, Universität Rostock; Josephine Hage, Stellvertretende Leiterin Kreatives Sachsen (v.l.n.r.) © Foto: Matthias Marx

Expert*innen und Erfahrungsträger*innen im Workshop:
Josephine Hage, Stellvertretende Leiterin/Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kreatives Sachsen
Prof. Dr.-Ing. Henning Bombeck,  Professor f+r Siedlungsgestaltung und ländliche Bauwerke, Universität Rostock
Prof. Dr. Marius Mayer
Sophia Müller
Thomas Reimann,  Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg- Vorpommern, Referatsleiter ländliche Entwicklung

Künstlerische Interpretation des Workshops:
Stephan Deglow

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