Studie Raumpioniere

Bei der Landesbranchenkonferenz der Kultur- und Kreativwirtschaft KREATOPIA in der IHK zu Rostock wurde eine neue Studie der Universität Greifswald zu innovativen Akteuren in der Mecklenburgischen Seenplatte vorgestellt. Das Ergebnis: Gerade extrem dünn besiedelte Räume sind für kreative Zuzügler aus den Metropolen interessant. Diese „Raumpioniere“ nutzen freie Raumpotenziale ländlicher Räume, um soziale Innovationen zu erproben und Impulse in die Region zu bringen. Dadurch entstehen neue Arbeitsplätze, und die Region wird für Tourismus und Neubürger insgesamt attraktiver.

„Die innovativen Akteure kommen meist als Einzelpersonen aus persönlichen Gründen in die Region. Sie wollen etwas bewegen und schließen sich dann oft mit anderen Aktiven zu kleinen Gruppen zusammen, die gemeinsame Interessen verfolgen. Sie gründen neue Kulturzentren, Festivals und Galerien, Schulen und Kindergärten, Therapiezentren oder Vermarktungsplattformen für Gutshäuser und Schlösser“, fasst die Autorin der Studie, Sophia Müller, zusammen: „Dörfer mit innovativen Zentren können ihre Einwohnerzahl stabilisieren. Die Akteure erkennen die regionalen Notwendigkeiten selbst und entwickeln individuelle und regional angepasste Lösungen vor Ort.“

Marius Mayer, Professor für Wirtschaftsgeographie und Tourismus an der Universität Greifswald, hat die Studie betreut: „Es gibt in Mecklenburg-Vorpommern gerade in ländlichen Räumen fast keine Studien zu dem Thema. Wenn wir die Hintergründe und Motivation der innovativen Zuzügler besser verstehen, können ihre wirtschaftlichen und sozialen Potenziale gezielt gefördert und erschlossen werden.“

Ein Drittel der innovativen Akteure in der Mecklenburgischen Seenplatte sind der Kultur- und Kreativwirtschaft zuzuordnen. Aber auch Bildungszentren und Wirtschaftsunternehmen aus anderen Branchen arbeiten oft mit Kreativen zusammen.

„Wir freuen uns, dass die Studie das Potenzial der ländlichen Räume und der kreativen Innovatoren belegt“, sagt Corinna Hesse, Sprecherin des Landesnetzwerks Kreative MV: „Die Studie zeigt auch, dass die Einzelakteure einen hohen Bedarf an Vernetzungsplattformen, gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit und Erfahrungsaustausch haben. Gerade in ländlichen Räumen ist es für Einzelakteure und kleine Initiativen sehr schwer, auf sich aufmerksam zu machen.“

Das Netzwerk hat daher einen neuen Wettbewerb für Raumpioniere in ländlichen Regionen gestartet, der die zahlreichen Initiativen im Land in den Mittelpunkt stellt.

Die Studie wird in dem Sammelband „Kreative Pioniere in ländlichen Räumen – Innovation & Transformation zwischen Stadt & Land“ 2018 veröffentlicht, herausgegeben von der Kreative MV, dem Steinbeis-Forschungszentrum Institut für Ressourcen-Entwicklung Greifswald und der Universität Greifswald.

Hier findet Ihr den Vortrag zur Studie zum Download

Mehr Infos: kontakt@kreative-mv.de

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