Rögnitz Ausbau 3.0

„Rögnitz Ausbau 3.0“ nennt Ute Rohrbeck ihre Idee von einer zukunftsfähigen Dorferneuerung. „Wir wollen miteinander Bewegung schaffen und das Wohnen auf dem Dorf mit Leben füllen“, sagt Rohrbeck, die vor vielen Jahren mit ihrer Familie aus Berlin nach Rögnitz gezogen ist. Nachdem sie dort lange eine Ziegenkäserei betrieben hat, sei nun Zeit für Neues. So arbeitet sie nun wieder in ihrem ursprünglichen Beruf als Theatermalerin. Außerdem engagiert sie sich zusammen mit ihrer Tochter für das energieautarke Leben im Nieklitzer Projekt „Wir bauen Zukunft“. Daraus entstand auch die Idee, am eigenen Dorfleben endlich nachhaltig etwas ändern zu wollen. „Mittlerweile haben wir das Haus immer voll mit jungen Leuten, die im Nieklitzer Projekt mitarbeiten. Das Interesse, in unserer Region leben zu wollen, ist riesig. Nur wollen wir dafür auch die Alteingesessenen mitnehmen“, so Rohrbeck. Mit innovativen Methoden wie Design Thinking wollen sie zusammen mit allen Dorfbewohnern ein Konzept entwickeln, welches alle Bedürfnisse berücksichtigt. Dabei, so Rohrbeck, könne man vor allem von den älteren Menschen viel lernen. „Sie alle wissen noch, wie man aus beinahe Nichts ein neues Leben aufbaut.“ Entstehen soll ein Prototyp, der schließlich auch in anderen Dörfern und Regionen für die Entwicklung von zukunftsfähigen Lebensmodellen auf dem Land genutzt werden kann.

Wir bauen Zukunft

Zukunftsfähig leben ist das große Ziel von mittlerweile knapp 20 Menschen aus den verschiedensten Regionen Deutschlands, die sich im ehemaligen Zukunftszentrum Nieklitz zusammengefunden haben. Vor zwei Jahren haben sie den Park für sich entdeckt, die Genossenschaft „Wir bauen Zukunft“ gegründet und das Areal gekauft. Seitdem entwickeln sie das Gelände nach ihren Plänen und Visionen, wollen darauf zukünftig sogenannte Earthships bauen. Das sind Gebäude aus vorwiegend natürlichen und recycelten Baustoffen, die durch passive solare Energiegewinnung und -speicherung beheizt werden und damit energieautark sind. Etwa 3.000 gibt es davon derzeit weltweit, in Deutschland bisher ein einziges im schwäbischen Ökodorf Tempelhof. Auch Akteure der Nieklitzer Gemeinschaft waren beim Bau dabei und wollen ähnliches demnächst auch dort umsetzen. Ihr Ziel ist es, auf dem Gelände ein Experimentierfeld für zukünftiges Leben in den Bereichen ökologisches Bauen, soziokratisches Miteinander, andere Geldsysteme, Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Unternehmertum zu entwickeln.

Bild: Ute Rohrbeck – Foto und Text: Manuela Heberer

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