Landeswettbewerb für kreative Raumpioniere Mecklenburg-Vorpommern:  PreisträgerInnen

Im Landeswettbewerb für kreative Raumpioniere Mecklenburg-Vorpommern stehen die PreisträgerInnen fest. Die Preisverleihung findet am 22. Oktober in Schwerin statt.

Mit dem ersten Preis im Wert von 5.000 € wird das Projekt Rögnitz.Ausbau 3.0 ausgezeichnet: In einer Design-Thinking-Workshopreihe wird ein Dorf-Prototyp entwickelt, der Rögnitz im Landkreis Nordwestmecklenburg zukunftsfähig macht und auch auf andere Dörfer übertragen werden kann.

„Ich möchte dem Aussterben meines Dorfes entgegenwirken“, sagt die Projektleiterin Ute Rohrbeck. „Ich will mich ‘enkeltauglich’ verhalten, mich aktiv am Übergang unserer Gesellschaft in ein postfossiles Zeitalter beteiligen. Vor allem geht es mir um ein lebendiges Miteinander. Wir als Dorfbewohner wollen eigenständig entwickeln, was wir brauchen. So lässt sich ein lustiges und schönes Leben für alle Generationen entwickeln.”

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Foto: Ute Rohrbeck

Der zweite Preis im Wert von € 3.000,- geht an das Projekt Cohousing und Coworking am Sonnenacker in Pulow im Landkreis Vorpommern-Greifswald. In alten Siloanlagen im Lassaner Winkel soll in der ehemaligen LPG, der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft, ein Wohn- und Arbeitshof für Künstler, für StartUps, kreative Gewerke und für Dienstleister entstehen.

„Ich möchte Rückkehrern in unseren Dörfern eine Perspektive geben“, wünscht sich der Projektinitiator Maik Riebort. „Originelle Ideen und Vorhaben können gegen Leerstand und Landflucht wirken und Großinvestoren entgegen wirken, die das Land nur als Spekulationsobjekt betrachten.”

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Foto: Ingo Böhme

Den dritten Preis im Wert von € 2.000,- erhält das Projekt „Zentrum für Zirkuläre Kunst“ in Lübz im Landkreis Ludwigslust-Parchim. In leerstehenden Gebäuden am Markt entstehen Künstlersommerateliers mit Galerie, Schaufensterausstellungen und überregionalen Upcycling-Projekten.

“Müllvermeidung und eine reflektiertere Haltung zu Konsum sind höchst notwendig“, bekennt die Projektleiterin Julia Theek. „Upcycling, Vintage und Shabby chic zeigen das Bedürfnis nach Tradition, nach Geschichte, nach Unikat. Es geht darum, den Materialwert und seine ästhetische Qualität zu erhalten. Upcycling ist dabei der globale Name für alte Grundsätze.“

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Foto: Julia Theek

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Der Landeswettbewerb „Kreative für MV – MV für Kreative“ lenkt den Blick auf die kreativen und sozialen Innovationen, die von Raumpionieren in ländlichen Regionen vorangebracht werden.

„Kreative Raumpioniere investieren Ideen, Engagement und Kapital“, erklärt die Projektleiterin des Wettbewerbs, Corinna Hesse vom Landesnetzwerk Kreative MV. „Sie bringen die Zukunft in die Dörfer von Mecklenburg-Vorpommern. Der Landeswettbewerb möchte erreichen, dass die kreativen Innovatoren als Impulskräfte der Regionalentwicklung von politischen EntscheidungsträgerInnen anerkannt und mehr unterstützt werden.“

Beworben hatten sich 36 Projekte in ganz Mecklenburg-Vorpommern. 10 Projekte wurden von einer unabhängigen, hochkarätigen Jury mit VertreterInnen aus Ministerien und Kommunen für die Endauswahl nominiert.

Der Jury-Vorsitzende Dr. Wolf Schmidt von der Mecklenburger AnStiftung bekennt: „Dieser Wettbewerb macht in vielen beeindruckenden Beispielen deutlich, was neue Ländlichkeit bei uns bedeutet: Eine Entwicklung ländlicher Räume jenseits von Landwirtschaft, bei der Enthusiasten urbane Erfahrungen und neue Trends mit Begeisterung für das Landleben verbinden. Es sind ihre kreativen Kompositionen von Natur, Kultur und digitaler Revolution, die ländliche Lebensentwürfe zu attraktiven Alternativen des Metropolenstress machen. Das trägt offensichtlich auch zur Nachhaltigkeit ländlicher Ökonomie bei. Ich staune, wie die Politik diesen Erfolgstrend an der Basis verschläft – der Wettbewerb ist da ein Lichtblick.“

Roadshow – Wanderausstellung Raumpioniere
Die 10 nominierten Projekte im Landeswettbewerb für kreative Raumpioniere wurden mit Unterstützung der Friedrich Ebert Stiftung – Landesbüro MV und des Landesfrauenrates MV e.V. in einer Wanderausstellung portraitiert. Die Ausstellung besteht aus Roll ups, die an interessierte Partner kostenfrei über die Friedrich Ebert Stiftung ausgeliehen und gezeigt werden können.

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Foto: Manuela Heberer

Immer mehr Unternehmen und Freiberufler aus der Kreativszene siedeln sich in Mecklenburg-Vorpommern an. Hier finden sie den Freiraum und den weiten Horizont, um neue Ideen zu entwickeln. Sie krempeln die Orte, an denen sie leben und arbeiten, voller Energie und Gestaltungskraft um. Sie warten nicht auf den gesellschaftlichen Wandel, sondern gestalten und organisieren ihn selbst. Sie wirken als Magneten für weitere kreative Köpfe und hochqualifizierte Neuansiedler. Sie sanieren und beleben leerstehende Gebäude und Areale, schaffen neue Produkte und Dienstleistungen, öffnen Entwicklungsperspektiven und stiften sozialen Zusammenhalt.

Das Landesnetzwerk Kreative MV bringt Raumpioniere, Kommunen, Wirtschaftsförderer und Landespolitik zusammen, um das Potenzial der kreativen Innovatoren in Mecklenburg-Vorpommern zu entwickeln, Fördermöglichkeiten zu sondieren und in einer Landeskampagne für das Kreativland MV neue Raumpioniere zu motivieren. Das Projekt steht unter Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

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